Training | Mediation | Coaching

Das Einzig Beständige ist die Veränderung........
















































zurück zu   Mediation


 


Generationswechsel:

Bei mir klingelt das Telefon. Herr Junior ruft an. Er hat vor vielen Jahren, nach seinem Studium, in der Firma seines Vaters mitgearbeitet. Nach Schwierigkeiten zwischen Vater und Sohn hat er sich als Sohn einen anderen Arbeitsplatz gesucht. Nun ist der Vater über 70, also in einem Alter, in dem er gerne etwas kürzer treten möchte. Außerdem ist er, nach einer gescheiterten Ehe, neu verheiratet mit einer sehr netten und jüngeren Frau. 

Vor einigen Monaten haben Gespräche stattgefunden zwischen Vater und Sohn. Nach langem Zögern und reiflichen Überlegungen von Herrn Junior, kamen Beide zu der Einigung, dass der Sohn, nach ca. 8 Jahren, wieder in der Firma seines Vaters arbeiten könnte um diese später auch zu übernehmen. 

Dafür hat Herr Junior seinen Arbeitsplatz aufgegeben und ist mit seiner Familie umgezogen in die Nähe des Betriebes. Auf Grund der Gespräche und der zwischenzeitlich erfolgten persönlichen Entwicklung war er überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit seinem Vater funktionieren könnte. Beide Ehefrauen waren an den Gesprächen zeitweise beteiligt. 

Inzwischen ist es so, dass der Vater sich nicht, wie versprochen, zurückzieht. Im Gegenteil: Er arbeitet nach wie vor genauso viel und Herr Junior, als Sohn, hat kaum eine Chance, eingefahrene Strukturen zu modernisieren. Außerdem hat Herr Senior sehr viele Abläufe, Pläne und Funktionsweisen seiner Produkte im Kopf und es ist für den Sohn nur äußerst schwierig nachzuvollziehen, was im Kopf des Vaters vor sich geht. 

Hinzu kommt, dass der Sohn gerne die Arbeitsabläufe schriftlich fixieren und die EDV erneuern bzw. modernisieren möchte. Es gab bereits Angebote für eine neue EDV, bei denen Herr Senior zugestimmt hatte, anschließend aber Bestandteile wieder reduziert hat. 

Herr Junior hat nun einen Konflikt mit seinem Vater und wünscht sich eine Mediation. Er bestätigt mir, dass auch sein Vater damit einverstanden ist. 

Zwei Tage später erhalte ich einen Anruf von Herrn Senior. Auch er ist mit einer Mediation einverstanden. Ihm liegt viel daran, den Betrieb in die Hände seines Sohnes zu legen. 

Herr Senior möchte, auf Grund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr so viel arbeiten wie in den vergangenen Jahren. Nachdem er den Betrieb aufgebaut hat möchte er, dass dieser im Familienbesitz bleibt. Sein Sohn verfügt über die erforderliche Ausbildung und ist damit durchaus dafür geeignet, das Unternehmen zu übernehmen. 

Sein Sohn hat früher bereits bei ihm in der Firma gearbeitet. Das war nach dem Studium. Damals hat es nicht gut geklappt mit Vater und Sohn. Das könnte wohl damit zusammenhängen, dass der Sohn damals noch jünger war. Der Sohn hatte seinen eigenen Kopf und wollte nicht immer das tun, was Vater wollte. 

Der Sohn hat sich dann einen anderen Arbeitsplatz gesucht und war dort ca. 8 Jahre beschäftigt. Es handelt sich um eine Leitungstätigkeit mit Führungsverantwortung. Dort hat Herr Junior viele Arbeitsabläufe optimiert.  Diesen Arbeitsplatz hat er gekündigt, weil sein Vater auf ihn zugekommen ist und sich vorstellen konnte, dass der Sohn mit im Betrieb arbeiten könnte, damit er, als Vater und Seniorchef, kürzer treten könnte und der Sohn eines Tages das Unternehmen übernimmt. 

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Herr Junior nach wie vor eine völlig andere Arbeitsweise als er. Er muss immer alles sehr genau dokumentieren und will auch einige Strukturen modernisieren. Das führt zu Konflikten.

In der Mediation haben beide Parteien gegenseitiges Verständnis entwickelt und ihre Lösung gefunden.